Transaktionen von Krypto-Assets haben gerade im grenzüberschreitenden Handel viele Vorteile. Sie können kostengünstiger und schneller durchge-führt werden, als Euro-Überweisungen. Krypto-Assets unterliegen aber starker Volatilität und manipulierten Kursen. Für den geschäftlichen Zah-lungsverkehr sind sie daher nur bedingt geeignet. Wir möchten die Vorteile der Blockchain-Technologie von der Schattenwirtschaft in legale und seriöse Geschäftsmodelle überführen. Wir setzen uns hier für eine einheitliche Re-gulierung in der EU ein. Die Zentralbanken sollten über Geschäftsbanken Krypto-Token ausgeben, die diese wie Sichteinlagen handhaben (sog. Stable Coin).

Für den Ankauf von Token müssen Anleger heute auf bestehende Krypto-Token wie Bitcoin und Ether zurückgreifen, da es häufig keine direkte Mög-lichkeit gibt, mit Fiat-Währungen zu investieren. In der Praxis kauft ein An-leger dann unmittelbar vor dem Token-Investment Krypto-Assets ein und bezahlt damit die Token, die er erwirbt. Die Einführung eines digitalen bzw. elektronischen Euro (E-Euro) würde somit eine seriöse Schnittstelle zwischen Fiat-Währungen und der Token-Ökonomie schaffen.

Dieser digitale Euro hat keinen Einfluss auf die Geldpolitik. Insbesondere wird kein neues Geld geschaffen, sondern ein kleiner Teil der bestehenden Geldmenge digitalisiert und einer globalen Infrastruktur zugänglich gemacht. Die Bedeutung des Euro als globales Zahlungsmittel soll durch die di-gitale Zugänglichkeit im Wettbewerb mit anderen Währungen gestärkt wer-den. Der E-Euro sollte ein mit den meisten Wallets kompatibler Token sein (z.B. über den Standrad ERC-20).

Die Zentralbanken oder die von ihnen beauftragten Geschäftsbanken sollten stets die Kontrolle über den Token-Smart-Contract (das ist vereinfacht das Buch, in dem der E-Euro geführt wird und in dem die Transaktionsregeln usw. einprogrammiert werden) ausüben.

Es ist aus Sicht der Unionsfraktion wichtig, dass staatliche Akteure eigenes Know-How aufbauen. Die Hoheit der Zentralbanken über den E-Euro kann darüber hinaus bei der Rechtsdurchsetzung helfen. Bei kriminellen Aktivitäten etwa können die E-Euro eingefroren und ggf. entwertet bzw. eingezogen werden. Der E-Euro könnte im grenzüberschreitenden Verkehr zu einer einfachen, kostengüns-tigen und schnellen Zahlung eingesetzt werden.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Digitalunternehmer Thomas Heilmann erklärt, warum elektronisches Geld von der Zentralbank besser als die Facebook-Währung Libra wäre. Die Unions-Bundestagsfraktion hat sich nun für einen solchen E-Euro ausgesprochen, wie er in einem Positionspapier von Heilmann und anderen Digitalpolitikern beschrieben wird.

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