Klimaschutz ist teuer, nichts tun ist noch teurer

Davon war ich schon, weit bevor Fridays for Future auf die Straße ging, überzeugt und daher einer von mehreren Abgeordneten im sogenannten Klimakreis. Zusammen haben wir uns früh für eine sozial gerechte und zugleich ökonomische Bespreisung von CO2 ausgesprochen. Wir seitens der Union halten einen Zertifikatehandel, also ein marktbasiertes Bepreisungsinstrument für effektiver, da es CO2 dort einspart, wo es am günstigsten ist und zudem die Gesamtmenge des Ausstoßes zielgenauer steuern kann. CO2-Bepreisung allein reicht aber nicht aus. Weitere Maßnahmen müssen eine CO2-Bepreisung dort flankieren, wo die Lenkungswirkung von CO2-Preisen außer Kraft gesetzt ist und technologische Innovationen Starthilfe benötigen. Eine Ist-Analyse, eine Übersicht über aktuelle Vorschläge sowie weitergehende Informationen finden Sie in unserem Diskussionspapier: Auf dem Weg zur Grünen Null

Für einen Energiemarkt der Zukunft

Im Wärme- und Energiesektor liegen große Potenziale in der intelligenten Vernetzung von Verbrauchern, Erzeugern und Speichern. Rahmenbedingungen und Standards für einen Energiemarkt der Zukunft, mit verstärkt erneuerbarer und dezentraler Stromerzeugung sowie Echtzeithandel zwischen den genannten Akteuren, zu schaffen ist wichtig, um den Kohleausstieg meistern zu können und die Kosten für den Netzausbau so gering wie möglich zu halten. Dafür müssen neben dem Ausbau erneuerbarer Energien auch günstige Rahmenbedingungen für die Integration von Energiespeichern (z.B. E-Autos, PV-Batteriespeicher, Wärmepumpen, BHKW) in den Energiemarkt geschaffen werden, um diese für die Sektorenkopplung und systemdienliche Stabilisierung des Stromnetzes nutzen zu können. Ein solches intelligentes Energie-Ökosystem ließe zudem die Entwicklung zukunftsfähiger und exportierbarer Geschäftsmodelle und Produkte zu.

Für ein Mobilitätskonzept der Zukunft

Darüber hinaus sehe ich in einem vernetzten Mobilitätsangebot in Städten und auf dem Land großes Potenzial die Verkehrsverlagerung von motorisiertem Individualverkehr auf klimafreundlichere Fortbewegungsmittel zu bewerkstelligen. Der Staat muss Rahmenbedingungen für das Entstehen überregional vernetzter Mobilitätsplattformen schaffen und Open Data im Verkehrssektor zum Thema machen, um Bürgern, Kommunen und Unternehmern zu ermöglichen, Mobilität neu zu definieren und entsprechende Geschäftsmodelle und Produkte zum Exportschlager zu machen. Dabei ist auch klar, dass wir nicht das gesamte Verkehrsvolumen auf Schiene, Bus & Co. verlagern können. Dies impliziert, dass der Individualverkehr sukzessiv dekarbonisiert werden muss. Neben der Elektromobilität können aus meiner Sicht CO2-neutrale Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, eine Schlüsselrolle zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors leisten und die Sektorenkopplung weiter vorantreiben ohne dabei eine neue Tank- respektive Ladeinfrastruktur aufbauen zu müssen. Dieses Beispiel illustriert sehr gut, dass eine technologieoffene Diskussion sowie Förderung der Forschung & Entwicklung von Klimainnovation Priorität haben muss.

Mit der Schwarzen Null wollen wir unseren Nachkommen keinen Schuldenberg überlassen. Nun muss nun die Grüne Null folgen, denn wir können ihnen auch keine überhitze Welt hinterlassen.

Klar ist: Wer effektiven globalen Klimaschutz wirklich will, muss alle verfügbaren Instrumente nutzen. Dazu gehört auch die effektive Bepreisung von CO2 sowie internationalen Marktmechanismen, mit denen Klimaschutzmaßnahmen in anderen Ländern auf die eigene nationale CO2-Bilanz angerechnet werden können.

Nach der "Schwarzen Null" muss nun die "Grüne Null" folgen.